Stellungnahme des DOK zur gesunden Hundezucht
Für gesunde Hunderassen – gegen Qualzucht – für wissenschaftlichen Dialog
Der DOK setzt sich seit Jahrzehnten mit großen Erfolgen für die Erhaltung und Förderung
der Augengesundheit unserer Hunde ein.
Grundlage unserer Arbeit sind wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, standardisierte
Untersuchungsverfahren (ECVO), kontinuierliche Datenerhebung sowie die enge
Zusammenarbeit mit dem VDH, den Rassezuchtvereinen, Genetikern und Züchtern.
Der DOK bekennt sich ausdrücklich zur konsequenten Bekämpfung von
Qualzuchtmerkmalen. Hunde dürfen nicht auf Kosten ihrer Gesundheit gezüchtet werden.
Erbliche Erkrankungen und anatomische Merkmale, die Leiden oder funktionelle
Einschränkungen verursachen, müssen erkannt, wissenschaftlich bewertet und durch
verantwortungsvolle Zuchtstrategien nachhaltig reduziert werden.
Gleichzeitig setzt sich der DOK für den Erhalt gesunder Hunderassen und ihrer
genetischen Vielfalt ein. Viele Züchter arbeiten seit Jahren verantwortungsvoll daran, die
Gesundheit ihrer Rassen kontinuierlich zu verbessern. Diese Bemühungen verdienen
Anerkennung und Unterstützung. Pauschale Verurteilungen ganzer Rassen oder ihrer
Züchter werden der komplexen Realität nicht gerecht und gefährden die erfolgreiche
Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Rassehundezucht mit der Diversität der Rassen hat
einen Sinn. Die verschiedenen Hunderassen erfüllen unterschiedlichste wichtige Aufgaben
und sind unersetzliche Wegbegleiter in unserem Leben.
Der DOK sieht mit Sorge eine zunehmende Polarisierung in der Diskussion um die
Hundezucht. Eine Spaltung innerhalb der Tierärzteschaft oder eine ideologisch geprägte
Auseinandersetzung hilft weder den Tieren noch den Menschen, die sich engagiert für ihre
Gesundheit einsetzen. Nachhaltige Verbesserungen entstehen nicht durch Konfrontation,
sondern durch wissenschaftlichen Austausch, gegenseitigen Respekt und interdisziplinäre
Zusammenarbeit.
Unser Ziel ist eine evidenzbasierte Diskussion, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen
und objektiven Gesundheitsdaten beruht. Entscheidungen sollten nicht von ideologischen
Positionen oder emotionalen Debatten geprägt werden, sondern von überprüfbaren
Fakten und dem gemeinsamen Anliegen, das Wohl der Hunde dauerhaft zu verbessern.
Der DOK steht deshalb für
- die konsequente Bekämpfung von Qualzuchtmerkmalen,
- den Erhalt gesunder und lebensfähiger Hunderassen,
- die wissenschaftlich fundierte Diagnostik und Zuchtberatung,
- die enge Zusammenarbeit mit VDH, ECVO,Zuchtvereinen, Genetikern und
verantwortungsvollen Züchtern
- den respektvollen Dialog innerhalb der Tierärzteschaft und mit allen Beteiligten,
- sowie eine sachliche, faktenbasierte und lösungsorientierte Diskussion im Interesse
der Gesundheit unserer Hunde.
Nur durch gemeinsames Handeln auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse können
wir die Gesundheit heutiger und zukünftiger Hundegenerationen nachhaltig sichern.
Dr. Tina Brahm und der Vorstand des DOK